Bezahlen bleibt der Frustfaktor beim Laden von Elektroautos

NEWS / 04.02.2026

Bezahlen bleibt der Frustfaktor beim Laden von Elektroautos

Eine deutsche Studie zeigt, warum das Bezahlen an öffentlichen Ladesäulen viele Elektroautofahrende weiterhin frustriert. Auch wenn die Untersuchung in Deutschland durchgeführt wurde, lassen sich die zentralen Erkenntnisse und Herausforderungen ohne Weiteres auf die Schweiz übertragen.

Ladeleistung, Reichweite und Infrastruktur haben in den vergangenen Jahren spürbare Fortschritte gemacht. Doch beim Bezahlen an öffentlichen Ladesäulen hakt es weiterhin – das zeigt die Charging Payment Study 2026 des Stuttgarter Marktforschungs- und Beratungsunternehmens USCALE. In der repräsentativen Studie wurden über 1’500 Elektroautofahrerinnen und -fahrer in Deutschland zu ihrem tatsächlichen und gewünschten Bezahlverhalten befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: Trotz einer Vielzahl an verfügbaren Bezahloptionen überzeugt keine wirklich.

Im Alltag nutzen EV-Fahrende im Schnitt zwei bis drei verschiedene Bezahlmethoden. Besonders deutlich wird dabei die Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität. Plug and Charge sowie direktes Ad-hoc-Bezahlen gelten als die bevorzugten Lösungen, werden jedoch deutlich seltener genutzt, als sie gewünscht sind. Umgekehrt greifen viele Nutzerinnen und Nutzer auf Ladekarten und Apps zurück, obwohl diese vergleichsweise wenig beliebt sind. Gründe dafür sind unter anderem die fehlende flächendeckende Verfügbarkeit moderner Bezahlverfahren, eingeschränkte Kompatibilität sowie zusätzliche Roamingkosten, wenn kein passender Vertrag hinterlegt ist.

Auch das Ad-hoc-Bezahlen, das ohne Vertrag funktionieren sollte, erfüllt die Erwartungen vieler Befragter nicht. Nicht alle Ladesäulen bieten diese Option an, und wo sie verfügbar ist, wird der Bezahlvorgang häufig als kompliziert und wenig intuitiv empfunden. Die Studie kommt daher zum Schluss, dass keine der etablierten Lösungen alle zentralen Bedürfnisse wie Einfachheit, Transparenz, Kostenkontrolle und Komfort gleichermassen abdeckt. Die Vielfalt an Möglichkeiten führt somit nicht automatisch zu höherer Zufriedenheit, sondern eher zu Verunsicherung.

Für Betreiber von Ladeinfrastruktur ist das ein zentrales Thema. Laut USCALE beeinflusst das Bezahlerlebnis massgeblich die Wahl des Ladedienstes und damit auch den Hochlauf der Elektromobilität insgesamt. Solange der sogenannte „Ladedschungel“ bestehen bleibt, schreckt er nicht nur bestehende E-Autofahrende ab, sondern auch potenzielle Umsteiger. Eine Vereinfachung und bessere Abstimmung der Payment-Strategien gilt daher als entscheidender Hebel – in Deutschland ebenso wie in der Schweiz.

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